Kirchen in Thüringen

Sicherung und Entwicklung von biodiversen Lebensräumen insbesondere für Fledermäuse und Brutvogelarten

Kirchen bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Vor allem die Dachstühle bieten Fledermäusen während des Sommerhalbjahres wichtige Rückzugs- und Fortpflanzungsstätten. Auch für Vögel sind Kirchengebäude von großer Bedeutung: Sie beherbergen beispielsweise seltene Schleiereulen sowie gefährdete Arten wie Mauersegler und Mehlschwalben. Damit leisten Kirchen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Thüringen.

Artenschutz von Anfang an mitdenken
Um diese wertvollen Lebensräume zu erhalten und weiterzuentwickeln, wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, welches die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bei der Planung und Umsetzung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen frühzeitig und fachlich kompetent unterstützt.
Häufig sind es bereits kleine Anpassungen oder gezielte bauliche Maßnahmen, die dazu beitragen, bestehende Lebensräume zu erhalten oder sogar neue Lebensmöglichkeiten für Fledermäuse und Vögel zu schaffen. Entscheidend ist dabei, den Artenschutz von Beginn an in die Bauplanung einzubeziehen.
Durch frühzeitige Ortsbegehungen wird geprüft, ob Fledermäuse und/oder Brutvögel an den Gebäuden vorkommen und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. So können mögliche Konflikte rechtzeitig erkannt und geeignete Lösungen gemeinsam mit den Verantwortlichen entwickelt werden.

Unsere Projektziele
Im Projektzeitraum vom 1. September 2026 bis zum 31. Januar 2029 sollen folgende Ziele umgesetzt werden:

  • Erfassen und untersuchen: Systematische Erfassung geplanter Baumaßnahmen und fachliche Ortsbegehungen zur Identifizierung vorhandener Fledermausquartiere und Brutstätten.

  • Lebensräume sichern und entwickeln: Frühzeitige fachliche Begleitung der Bauvorhaben, um bestehende Lebensstätten zu erhalten und ihre ökologischen Bedingungen nach Möglichkeit zu verbessern.

  • Wissen vermitteln und sensibilisieren: Sensibilisierung aller an den Baumaßnahmen beteiligten Akteurinnen und Akteure für die Belange des Arten- und Naturschutzes.

  • Fledermausfreundliche Kirchen fördern: Schaffung der Voraussetzungen für die Auszeichnung geeigneter Kirchen mit dem Prädikat „Fledermausfreundlich“.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Das Projekt verbindet den Erhalt wertvoller Kirchengebäude mit dem Schutz der biologischen Vielfalt. Es zeigt, dass Bau- und Sanierungsmaßnahmen und Artenschutz kein Widerspruch sein müssen. Mit vorausschauender Planung, fachlicher Begleitung und oft schon mit kleinen baulichen Anpassungen können Kirchen auch in Zukunft wichtige Lebensräume für Fledermäuse und Vögel bleiben.

Hier investiert der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete. Kofinanziert von der Europäischen Union.

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